Freitag, 19. Oktober 2007

Tantum ergo sacramentum - Die eucharistische Anbetung

Eine Andachtsform, die langsam wieder im Kommen ist und die ich sehr schön finde ist die eucharistische Anbetung. Hier sollen einige Anregungen des Hl.Peter Eymard, des Gründers des Ordens der Eucharistiner, folgen, wie man die Zeit der Anbetung verbringen kann. Doch ist gerade die stille Anbetung eine so persönliche Form des Gebets, dass es sich immer nur um Anregungen handeln kann.


"Man teilt die Anbetungsstunde in vier Teile ein. Während jeder Viertelstunde ehrt man Unseren Herrn durch einen der vier Opferzwecke, nämlich: die Anbetung, die Danksagung, die Sühne und die Bitte. Erste Viertelstunde: die Anbetung 1. Betet zuerst einmal Unseren Herrn in seinem göttlichen Sakrament an durch eine würdige äußere Haltung. Kniet gleich nieder, sobald ihr vor Jesus in der anbetungswürdigen Hostie getreten seid. Verbeugt euch in tiefster Ehrfurcht und denkt dabei an die Weisen aus dem Morgenland, die sich niederwarfen und das göttliche Kind, das in armseligen Windeln gewickelt, in einer einfachen Krippe lag, anbeteten.2. Nach diesem ersten, schweigsamen und spontanen Akt der Huldigung betet Unseren Herrn an durch einen äußeren Akt des Glaubens. Dieser Akt ist zur Sammlung der Sinne, des Herzens und des Geistes für die eucharistische Frömmigkeit äußerst hilfreich. Er öffnet euch Gottes Herz und seine Gnadenschätze; man muss diesen Glaubensakt stets getreu, einfach und ehrfürchtig erwecken.3. Hierauf opfert euch Jesus Christus mit eurem ganzen Sein auf, schenkt ihm einzeln alle Fähigkeiten eurer Seele: opfert ihm euren Verstand, um ihn immer besser zu erkennen; euer Herz, um ihn zu lieben; euren Willen, um ihm zu dienen; euren Leib mit seinen verschiedenen Sinnen, damit jeder Sinn ihn auf seine Weise verherrliche. Opfert ihm vor allem die Gabe euerer Gedanken mit dem Wunsch, dass die göttliche Eucharistie der königliche Gedanken eures Lebens sei; eure Gefühle, indem ihr Jesus den Herrn und Gott eures Herzens nennt; euren Willen, dass er kein anderes Gesetz oder anderes Ziel anstrebe als seinen Dienst, seine Liebe und seine Ehre; euer Gedächtnis, um euch stets nur an ihn zu erinnern und so nur aus ihm, durch ihn und für ihn zu leben.4. Weil eure Anbetungen so unvollkommen sind, vereinigt sie mit den Anbetungen der heiligsten Jungfrau in Betlehem, in Nazaret und auf dem Kalvarienberg und später zu Füßen der Hl. Eucharistie; vereinigt sie mit allen gleichzeitig stattfindenden Anbetungen der hl. Kirche und allen frommen Seelen, die Unseren Herrn in diesem Augenblick anbeten; mit dem ganzen himmlischen Hofstaat, der ihn im Himmel verherrlicht. So wird eure Anbetung an der Heiligkeit und der Frucht ihrer Anbetungen teilhaben. Zweite Viertelstunde: die Danksagung 1. Betet an und preist die unendliche Liebe Jesu zu euch in seinem Hl. Sakrament. Um euch auf dieser Erde des Exils und der Armseligkeit nicht als Waisen alleinzulassen, kommt er für euch persönlich vom Himmel herab, um euch Gesellschaft zu leisten und euch zu trösten. Dankt ihm dafür aus ganzem Herzen und mit all euren Kräften; dankt ihm zusammen mit allen Heiligen. 2. Bewundert die Opfer, die er sich in seinem sakramentalen Zustand auferlegt: er verbirgt seine göttliche und leibliche Herrlichkeit, um euch nicht zu blenden; er verhüllt seine Majestät, damit ihr es wagt, euch ihm zu nähern und mit ihm zu reden wie ein Freund zu seinem Freund; er bindet seine Macht, um euch nicht zu erschrecken oder zu strafen; er zeigt euch im Sakrament nicht seine vollkommenen Tugenden, um nicht eure Schwachheit zu entmutigen; er zügelt sogar die Flamme seines Herzens und seiner Liebe zu euch, weil ihr seine Milde und Kraft nicht ertragen könntet; er lässt euch nur seine Güte schauen, die in den hl. Gestalten aufscheint, wie die Strahlen der Sonne durch einen dünnen Nebel durchscheinen. Wie gütig ist doch Jesus im Hl. Sakrament! Er empfängt euch zu jeder Stunde des Tages und der Nacht. Seine Liebe kennt keine Ruhe; er ist stets voll Sanftmut zu euch; er vergisst eure Sünden und Unvollkommenheiten, wenn ihr ihn besuchen kommt, und drückt euch nur seine Freude, seine Milde und seine Liebe aus. Durch euren Empfang möchte man glauben, dass er euer bedarf, um glücklich zu sein. Oh, danket also diesem guten Jesus aus ganzem Herzen! Dankt dem Vater, dass er euch seinen göttlichen Sohn gegeben hat; dankt dem Hl. Geist, dass er immer noch mitwirkt, und zwar für euch persönlich, an der Ausdehnung seiner Menschwerdung durch den Dienst des Priesters auf dem Altar 2. Ladet den Himmel und die Erde, die Engel und die Menschen ein, euch beizustehen, um ihm zu danken, ihn zu loben und zu preisen für soviel Liebe zu euch! 3. Betrachtet den sakramentalen Zustand, den Jesus aus Liebe zu euch auf sich genommen hat, und lasst euch erfüllen mit seinen Gefühlen und seinem Leben. In der Eucharistie ist Jesus so arm wie in Betlehem, ja noch ärmer, denn in Betlehem besaß er seine Mutter; hier hat er sie nicht; vom Himmel bringt er nur sich selbst mit seiner Liebe und seinen Gnaden mit; seht, wie gehorsam er in der göttlichen Hostie ist: prompt und gütig schenkt er sich jedem, der nach ihm verlangt, selbst seinen Feinden 3. Bewundert seine Demut!4 Er steigt bis zur Grenze des Nichts herab, da er doch in sakramentaler Sicht eins ist mit den gewöhnlichen und unbeseelten Gestalten, die ihres Wesens beraubt sind und nur deswegen erhalten bleiben, weil sie vom Allmächtigen durch ein fortwährendes Wunder getragen werden. Seine Liebe zu uns macht ihn zum Gefangenen; sein Wille macht ihn zum Sklaven in seiner eucharistischen Zurückgezogenheit, die unser Himmel auf Erden sein soll. 4. Vereinigt eure Danksagung mit jener der heiligsten Jungfrau nach der Menschwerdung und vor allem nach der hl. Kommunion. Mit ihr wiederholt vor Freude und Glück das Magnifikat eurer Dankbarkeit und Liebe; sprecht ohne Unterlass: "O Jesus in der Hostie, wie bist du so gut, liebend und liebenswürdig!" Dritte Viertelstunde: die Sühne 1. Betet Jesus an und tröstet ihn in seiner Einsamkeit, verlassen von den Menschen in seinem Sakrament der Liebe. Der Mensch hat Zeit für alles, ausgenommen für den Besuch seines Herrn und Gottes, der ihn in seinem Tabernakel sehnsüchtig erwartet. In den Straßen und Vergnügungshäusern wimmelt es von Menschen; das Haus Gottes aber steht leer da. Man ist geflohen, man hat Angst davor. Oh, armer Jesus, wie konntest du soviel Gleichgültigkeit von denen erwarten, die du losgekauft hast, von deinen Freunden, deinen Kindern, von mir selber! 2. Beweint den verratenen, verachteten, verhöhnten und gekreuzigten Jesus in seinem Sakrament der Liebe, genauso wie im Ölgarten, in Jerusalem und auf dem Kalvarienberg 5. Und das sind jene Menschen, die er am höchsten auszeichnet, geliebt und mit seinen Gaben und Gnaden bereichert hat; sie beleidigen ihn besonders und entehren ihn in seinem Haus durch ihre mangelhafte Ehrfurcht; sie kreuzigen ihn neuerlich in ihrem Leib und ihrer Seele durch die sakrilegische Kommunion6 und liefern ihn dem Teufel aus, dem Lehrer ihres Herzens und ihrer Liebe. Leider! muss ich mir darüber keine Vorwürfe machen? Hättest du dir denken können, o mein Jesus, dass deine allzugroße Liebe zu den Menschen zum Grund ihrer Bosheit würde? Und dass sie dir deine Gaben und kostbaren Gnaden verweigern würden? Und ich? War ich dir nicht untreu? 3. Betet Jesus an und sühnt eine so große Undankbarkeit, soviel Entheiligungen und Gottesraube, die in der Welt geschehen. Opfert in dieser Meinung alle Leiden auf, die ihr im Laufe des Tages und während der Woche durchstehen müßt. Legt euch einige sühnende Bußwerke auf für eure eigenen Beleidigungen, für eure Verwandten oder jene, die durch eine mangelhafte Ehrfurcht und fehlende Frömmigkeit dich geärgert haben könnten. 4. Weil aber alle eure Genugtuungen und Bußen so gering und schwach sind zur Sühne sovieler Verbrechen, deshalb vereinigt sie mit jenen eures Erlösers Jesus Christus, der am Kreuz erhöht wurde. Fangt das göttliche Blut, das aus seinen Wunden rann, auf und opfert es der göttlichen Gerechtigkeit zur Sühne auf. Nehmt seine Schmerzen und Gebete am Kreuz und bittet damit den himmlischen Vater um Gnade und Barmherzigkeit für euch und für alle Sünder. Vereinigt eure Sühne mit jener der hlst. Jungfrau zu Füßen des Kreuzes oder des Altars; so könnt ihr teilhaben an der Liebe Jesu zu seiner göttlichen Mutter. Vierte Viertelstunde: die Bitte 1. Betet schließlich Unseren Herrn in seinem Sakrament an, indem ihr unablässig seinen Vater für euch bittet; zeigt ihm Jesu Wunden, um ihn zu besänftigen; zeigt ihm sein geöffnetes Herz über euch und für euch. Vereinigt eure Bitten mit den seinen und erbittet das, was er erbittet. 2. Nun bittet Jesus seinen Vater, er möge seine Kirche segnen, verteidigen und ermutigen, damit sie ihn besser bekannt mache, ihn vor allen Menschen lieben und ihm dienen lehre. Betet inständig für die hl. Kirche, die so geprüft und in der Person des Stellvertreters Jesu Christi so verfolgt wird, damit Gott sie befreie von ihren Feinden, die doch seine Kinder sind; er möge sie rühren, bekehren und als demütige Brüder zu Füßen der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit hinführen. Jesus betet unaufhörlich für alle Mitglieder seines Priesterstandes, damit sie von seinem Geist und seinen Tugenden erfüllt seien; damit sie sich eifrig einsetzen für seine Verherrlichung und das Heil der Seelen, die er mit dem Preis seines Blutes und Lebens losgekauft hat.Betet innig für euren Bischof, dass Gott ihn euch erhalte, all seine seelsorglichen Bemühungen segne und ihn tröste. Betet ebenso für euren Seelsorger, auf dass ihm Gott alle Gnaden gewähre, die er braucht, um die Herde zu leiten und zu heiligen, die seiner Obsorge und seinem Gewissen anvertraut wurde. Betet, dass Gott seiner Kirche zahlreiche und heilige Priesterberufe schenke; ein heiliger Priester ist das größte Geschenk des Himmels; er kann ein ganzes Land retten. Betet für alle religiösen Orden, dass sie den Gnaden ihrer evangelischen Berufung treu bleiben; damit alle Berufenen den Mut und die Liebe haben, dem göttlichen Ruf zu folgen und darin ausharren. Ein Heiliger erhält und rettet seine Heimat; seine Gebete und Tugenden sind mächtiger als alle Armeen der Welt. 3. Betet für den Eifer und die Ausdauer der frommen Seelen, die sich dem Dienst Gottes in der Welt weihen; sie sind wie Ordensschwestern seines Herzens und seiner Liebe; sie brauchen mehr Unterstützung, weil sie in der Welt größeren Gefahren und Opfern begegnen. 4. Betet während einer bestimmten Zeit um die Bekehrung der großen Sünder; nichts gereicht Gott zu größerer Herrlichkeit als diese mächtigen Hiebe seiner Gnade.Betet schließlich auch für euch, dass ihr euch bessert und diesen Tag heiligmäßig verbringt; bindet mit euren Gaben einen Strauß für Jesus, eurem Gott und König, und erbittet seinen Segen. Aus: http://www.eucharistie.cz/deutsch/Eucharist/index.html

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